Mülheim an der Ruhr - Der Direktkandidat für den Wahlkreis 9 (Heißen Mitte), Maximilian Eitner, schlägt eine Neubelebung des zentral gelegenen Heißener Marktplatzes vor. Unter dem Arbeitstitel „Heißener Viktualienmarkt“ wirbt der Vorsitzende der Freien Wähler Mülheim für ein kleinteiliges, teils überdachtes Marktkonzept mit dauerhafter Nutzung durch lokale Händler und Gastronomie.
„Die Fläche mitten in Heißen hat enormes Potenzial – rund 1.800 Quadratmeter direkt am alten Bürgermeisterhaus und mit perfekter Anbindung an die U-Bahn. Statt nur punktueller Nutzung durch Wochenmärkte und Feste braucht es hier eine dauerhafte, wetterunabhängige Struktur, die dem Stadtteil einen echten Mittelpunkt gibt“, sagt Eitner.
Der Vorschlag sieht keine großflächige Versiegelung vor, sondern orientiert sich am Münchener Vorbild des Viktualienmarkts: Überdachte Einzelstände, die regionale und nachhaltige Produkte, sowie kleine Gastronomieangebote dauerhaft anbieten. Ziel sei eine ganzjährige Belebung des Platzes und eine gezielte Aufwertung der lokalen Infrastruktur.
Gastronomieangebote als Impulsgeber
Dass gute Gastronomiekonzepte auch in Mülheimer Stadtteilen funktionieren können, zeigen mehrere Beispiele: Das Café Großartig an der Hingbergstraße, nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt, ist seit Jahren gut besucht – ebenso wie das Café Perfetto im Wallviertel, das zur Belebung der Innenstadt beiträgt. Beide zeigen: Niedrigschwellige Gastronomie mit attraktivem Ambiente und leichtem Food-Angebot kann Menschen anziehen und Orte beleben.
„Wenn es gelingt, ein solches Angebot im Zusammenhang mit einem kleinteiligen Markt zu schaffen – mit regionalen Produkten, kleinen Ständen, vielleicht auch Start-up-Angeboten – dann entsteht mehr als ein Markt: ein lebendiger Treffpunkt für Heißen“, so Eitner.
Bürgermeisterhaus: Nutzung nicht abgeschlossen?
Direkt am Platz befindet sich das ehemalige Rathaus Heißen – ein denkmalgeschützter Bau von 1879, zuletzt als Sparkassenfiliale genutzt. Eigentlich war dort eine gastronomische Nutzung vorgesehen, doch laut Projektentwickler fand sich kein passender Betreiber. Stattdessen wird der Bau derzeit zu Wohnungen umgebaut.
Für Eitner ist das kein endgültiges Scheitern, sondern ein Hinweis auf einen strukturellen Fehler:
„Wenn es damals schon ein attraktives Umfeld auf dem Marktplatz gegeben hätte – mit Leben, Frequenz und Konzept – wäre vielleicht auch eine Gastronomie im alten Rathaus entstanden. Der Platz wirkt momentan wie ein Nebenschauplatz, dabei sollte er das Herzstück des Stadtteils sein.“
Die Wohnungen sind nun im Bau, aber Eitner will den Ort nicht gedanklich abschreiben:
„Wer sagt, dass ein Erdgeschoss nicht auch in ein paar Jahren noch gastronomisch, oder als kultureller Treffpunkt genutzt werden kann? Oder dass man angrenzend neue Strukturen ergänzt? Wichtig ist, dass wir den Platz jetzt so entwickeln, dass sich in Zukunft neue Optionen ergeben.“
Studien bestätigen Bedeutung solcher Projekte
Wissenschaftliche Untersuchungen stützen Eitner in seiner Einschätzung. So zeigt eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln, 2023), dass kleinteilige Märkte mit regionalem Bezug einen signifikanten Beitrag zur Belebung innerstädtischer Räume leisten – insbesondere in Stadtteilen ohne klassische Einkaufsstraßen.
Auch das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) hebt hervor, dass öffentlich zugängliche Marktflächen mit dauerhafter Nutzung wesentlich zur sozialen Integration, Aufenthaltsqualität und Nahversorgung beitragen. Überdachungen erhöhen die Nutzbarkeit über das ganze Jahr hinweg, schaffen klimatischen Komfort und fördern die Ansiedlung von dauerhaften Kleinbetrieben.
Ein weiteres Beispiel bietet die Stadt Mannheim, wo der „Marktplatz am Alten Messplatz“ gezielt mit modularen Ständen, Wochenmärkten und Pop-up-Gastronomie belebt wurde – mit Erfolg.
Eitner schlägt vor, die Idee mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam weiterzuentwickeln:
„Ich wünsche mir eine offene Diskussion: Was brauchen wir in Heißen? Welche Händlerinnen und Gastronomen hätten Interesse? Welche Ideen gibt es für Veranstaltungen? Der Viktualienmarkt soll nicht von oben verordnet, sondern von unten gewachsen sein – ein Projekt von Heißen für Heißen.“