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Landtagswahl NRW · 25. April 2027 · Wahlkreis 64 Mülheim I

Handlungsfähig. Sicher. Chancenreich.

Zehn landespolitische Aufträge aus Mülheim für Nordrhein-Westfalen – ein Arbeitsauftrag, kein Wunschzettel.

René Reiße Direktkandidat · FREIE WÄHLER Mülheim an der Ruhr
Porträt von René Reiße
Scrollen – jede Ebene geht tiefer

Worum es geht

Sieben Zahlen, die den Auftrag begründen.

Mülheim hat große Stärken: die Lage mitten in der Metropole Ruhr, leistungsfähige Unternehmen, starke Nachbarschaften. Zugleich ist die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt außergewöhnlich stark belastet. Diese Seite folgt einem Prinzip: Je weiter Sie scrollen, desto tiefer geht es.

Zahl von 7

Quelle:

Kommunalfinanzen

Mülheim ist die am höchsten verschuldete kreisfreie Stadt in NRW.

Rund 10.700 Euro Schulden je Einwohnerin und Einwohner wies der Kernhaushalt Ende 2025 aus. Der Haushaltsentwurf plant für 2026 ein Defizit von rund 70,8 Millionen Euro. Mülheims Finanzproblem ist nicht mit einer Kennzahl erklärt – aber es begrenzt jeden Spielraum für Schulen, Straßen, Sicherheit und Pflege.

Auftrag 01 · Kommunalfinanzen
Demografie

Die Stadt altert schneller als das Land.

24,0 Prozent der Bevölkerung waren Ende 2024 65 Jahre oder älter, in NRW 22,0 Prozent. Bis 2035 rechnet IT.NRW mit 12,3 Prozent mehr Menschen ab 65 und 5,5 Prozent weniger im Alter von 18 bis unter 65. Die Frage ist nicht die Einwohnerzahl, sondern die Tragfähigkeit öffentlicher Leistungen.

Auftrag 07 · Gesundheit und Pflege
Schule

Der Ganztagsanspruch trifft auf hohen Baubedarf.

19.625 Schülerinnen und Schüler, 37 Schulen, 21 Schulbauprojekte: Für 2026/2027 stehen rund 189 Millionen Euro für Schulprojekte im Entwurf – die tatsächlichen Kosten können höher liegen. Ab 2026/2027 wächst der Rechtsanspruch auf Ganztag jahrgangsweise auf.

Auftrag 03 · Schulen und Ganztag
Ausbildung

Offene Stellen und unversorgte Jugendliche finden nicht zusammen.

427 unbesetzten Ausbildungsstellen standen im Juli 2026 248 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,0 Prozent – die Zahl arbeitsloser 15- bis unter 25-Jähriger stieg binnen eines Jahres um 17,2 Prozent.

Auftrag 02 · Wirtschaft und Ausbildung
Pflege

Die Zahl der Pflegebedürftigen hat sich fast verdoppelt.

Von 7.155 im Jahr 2017 auf 13.296 im Jahr 2023 – ein Teil davon ist durch erweiterte Leistungsansprüche und statistische Effekte erklärbar. Bis 2050 rechnet das kommunale Modell mit etwa 14.800 Pflegebedürftigen und weist selbst auf Unsicherheiten hin.

Auftrag 07 · Gesundheit und Pflege
Verkehr

Erhalt und Sicherheit sind das eigentliche Defizit.

723 Menschen wurden 2024 bei Verkehrsunfällen verletzt, 87 schwer, drei starben. Große Teile der kommunalen Schieneninfrastruktur in NRW erreichen das Ende ihrer Lebensdauer; allein die Leit- und Sicherungstechnik der Ruhrbahn ist mit 180 Millionen Euro veranschlagt.

Auftrag 05 · Mobilität und Infrastruktur
Stadtgesellschaft

173.761 Menschen, eine Stadt.

Zum 31. Dezember 2025 lebten 33.038 Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Mülheim, 19,0 Prozent. Integration heißt für uns wechselseitige Verbindlichkeit: Sprache lernen, Bildung und Arbeit ermöglichen, Rechtsordnung achten und Teilhabe eröffnen.

Auftrag 10 · Integration, Ehrenamt, Sport und Kultur

Der Wahlkreis

Mitten in der Metropole Ruhr, eng mit den Nachbarstädten verflochten.

Wahlkreis 64 Mülheim I – Landtagswahl am 25. April 2027. Die genaue Abgrenzung des Wahlkreises regelt die öffentliche Bekanntmachung der Stadt vom 22. Juni 2026.

Bekanntmachung im Amtsblatt
Stilisierte Karte des Landtagswahlkreises 64 Mülheim I
Nicht zum Wahlkreis 64 gehören: die Kommunalwahlbezirke 26 Saarner Kuppe und 27 Saarn-Süd / Mintard / Selbeck.

Zehn Aufträge aus Mülheim für Düsseldorf

Ein Arbeitsauftrag, kein Wunschzettel.

Das Wahlprogramm formuliert zehn landespolitische Aufträge. Zu jedem nennt es Problem, Landeshebel, Instrument, Finanzierung, Messgröße und Risiko. Fünf davon sind Schwerpunkte dieser Kandidatur.

So lesen Sie jeden Auftrag – Sie entscheiden, wie tief Sie gehen

1
Aussage Was der Auftrag will.
2
Warum Welches Problem gelöst werden soll.
3
Maßnahmen Was konkret vorgesehen ist – zum Aufklappen.
4
Details Zahlen, Hebel, Finanzierung, Messgrößen, Risiko.
Auftrag 01 · Kommunalfinanzen

Wer bestellt, bezahlt.

Aufgaben auskömmlich finanzieren, Altschulden wirksam abbauen.

Ebene 2 · Warum

Der Kernhaushalt wies Ende 2025 rund 10.700 Euro Schulden je Einwohnerin und Einwohner aus – der höchste Wert unter den kreisfreien Städten in NRW. Zugleich stieg der Aufwand für Hilfen zur Erziehung nach der Planung von 37,9 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 66,5 Millionen Euro 2026 und 2027. Das Altschuldenentlastungsgesetz von 2025 ist ein wichtiger Schritt – seine Wirkung hängt davon ab, dass keine neuen strukturellen Defizite entstehen.

Unsere Haltung: Eigene Fehlentscheidungen müssen kommunal verantwortet werden. Aufgaben, die Land oder Bund verbindlich ausweiten, dürfen aber nicht durch höhere Grund- oder Gewerbesteuern, unterlassene Instandhaltung oder neue Liquiditätskredite aufgefangen werden.

70,8 Mio. €
geplantes Defizit der Stadt im Jahr 2026 laut Haushaltsentwurf 2026/2027
Hilfen zur Erziehung – Bruttotransferaufwand
202037,9 Mio. €
2026 und 2027 (Planung)66,5 Mio. €

Quellen: IT.NRW, Kernschulden 2026; Stadt Mülheim an der Ruhr, Haushaltsplan 2026/2027 (Entwurf)

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Einen Mülheimer Kommunalfinanzpakt im Landtag initiieren.

    Für neue und ausgeweitete kommunale Pflichten veröffentlicht das Land einen standardisierten Folgekostencheck: Personal, Sachkosten, IT, Gebäude, Tarif- und Preisentwicklung. Der Ausgleich wird automatisch dynamisiert und nach drei Jahren evaluiert. Grundlage: Artikel 78 Absatz 3 der Landesverfassung und das Konnexitätsausführungsgesetz.

  2. 2
    Altschuldenentlastung mit einem Investitionsschutz verbinden.

    Entlastete Kommunen dürfen nicht gezwungen sein, notwendige Instandhaltung weiter aufzuschieben. Haushaltsaufsicht und Förderrecht sollen ein transparentes Mindestniveau für Substanzerhalt ermöglichen, wenn Wirtschaftlichkeit und Folgekosten nachgewiesen sind.

  3. 3
    Den kommunalen Finanzausgleich nachvollziehbar machen.

    Der Verbundsatz beträgt im GFG 2026 23 Prozent. Jährlich soll offengelegt werden, wie sich Aufgaben- und Kostenentwicklung der Kommunen zum Steuerverbund verhalten. Eine Erhöhung ist sachgerecht, wenn eine dauerhafte Deckungslücke nachgewiesen ist – nicht als pauschales Versprechen.

  4. 4
    Förderprogramme bündeln.

    Kleine, kurzlaufende Programme mit hohen Antragskosten werden durch mehrjährige Budgets und Pauschalen ersetzt. Der NRW-Plan für gute Infrastruktur (zehn Milliarden Euro pauschal) zeigt den Ansatz – schließt aber Betriebs- und Unterhaltungskosten weitgehend aus. Deshalb braucht jede Investition einen kommunalen Lebenszyklusplan.

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

Integrierte Schulden Ende 2024: 12.065 Euro je Person – ebenfalls der höchste Wert unter den kreisfreien Städten. IT.NRW weist darauf hin, dass Kernhaushaltsvergleiche durch unterschiedliche Ausgliederungen beeinflusst sein können. Kommunale Entscheidungen, Beteiligungsstrukturen, Investitionsbedarfe, Sozialausgaben, Zinsen und die Finanzierung übergeordneter Aufgaben wirken zusammen.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: ein Mülheimer Aufgaben- und Kostenkatalog mit den zehn größten landesrechtlich beeinflussten Belastungen und eine öffentliche Fachrunde. Im Landtag: in den ersten 100 Tagen eine Kleine Anfrage zur Auskömmlichkeit kommunaler Pflichtaufgaben, im Haushaltsverfahren ein Antrag für Folgekostenberichte und dynamisierte Konnexitätsausgleiche, danach eine Anhörung zum kommunalen Substanzerhalt.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C. Umschichtung kleinteiliger Förderverwaltung; gegebenenfalls höherer kommunaler Steuerverbund nach belastbarer Deckungslückenanalyse; vollständiger Belastungsausgleich bei neuen Landesaufgaben.

Messbar bis 2032

Jährlicher Aufgaben- und Kostenbericht; Anteil pauschaler statt projektbezogener Mittel; Entwicklung der Liquiditätskredite; Zinsaufwand; kommunale Nettoinvestitionsquote.

Hauptrisiko

Entschuldung ohne strukturelle Reform kann neue Schulden begünstigen; reine Sparauflagen können den Infrastrukturverschleiß beschleunigen.

Auftrag 02 · Wirtschaft, Mittelstand und Ausbildung

Schneller entscheiden, Standards halten.

Investitionen ermöglichen, Rechtssicherheit schaffen, Ausbildung und Betriebe zusammenbringen.

Ebene 2 · Warum

Mülheim ist kein reiner Wohnstandort: Ende 2024 arbeiteten 64.950 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt, gut ein Viertel im produzierenden Gewerbe. Im Juli 2026 lag die Arbeitslosenquote bei 8,0 Prozent – 0,4 Punkte unter dem Vorjahr –, zugleich stieg die Zahl arbeitsloser 15- bis unter 25-Jähriger um 17,2 Prozent.

Das Problem ist nicht fehlende wirtschaftliche Substanz, sondern Strukturwandel, Fachkräftebedarf, Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt und schwer planbare Genehmigungswege. Beschleunigung heißt für uns nicht, Beteiligung oder Umweltprüfung abzuschaffen. Sie heißt: vollständige Anträge früh erkennen, Zuständigkeiten bündeln, Fristen transparent machen und entscheiden.

64.950
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Mülheim (Ende 2024) – gut ein Viertel im produzierenden Gewerbe
Ausbildungsmarkt Juli 2026 (gemeldete Stellen und Bewerbende)
Unbesetzte Ausbildungsstellen427
Unversorgte Bewerberinnen und Bewerber248

Quellen: IT.NRW, Kommunalprofil 2026; Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktreport Juli 2026

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Einen landesweiten Projektlotsen schaffen.

    Für bedeutsame Mittelstands- und Industrievorhaben mit mehreren Behörden benennt eine Stelle einen verbindlichen Verfahrensplan, koordiniert und veröffentlicht Meilensteine. Die Fachentscheidung bleibt bei der zuständigen Behörde.

  2. 2
    Eine digitale Vollständigkeitsprüfung einführen.

    Innerhalb einer kurzen, festgelegten Frist wird mitgeteilt, welche Unterlagen fehlen. Die materielle Prüfung beginnt erst mit Vollständigkeit – so werden unrealistische Scheinfristen vermieden.

  3. 3
    Brachflächen und Bestandsstandorte vorbereiten.

    Das Land finanziert Gutachten, Altlastenuntersuchungen, Erschließungsplanung und Flächenrecycling stärker vor. Öffentliche Mittel werden an nachvollziehbare Nutzungs-, Arbeitsplatz- und Folgekostenkonzepte gebunden.

  4. 4
    Ausbildung regional zusammenführen.

    Schulen, Berufskollegs, Kammern, Betriebe, Jobcenter und Arbeitsagentur arbeiten auf einer gemeinsamen Datengrundlage. Ein Mülheimer „Ausbildungsmonitor“ macht unbesetzte Stellen, unversorgte Jugendliche, Abbrüche und Anschlusswege sichtbar – ohne personenbezogene Daten.

  5. 5
    Unternehmensnachfolge und Gründung erleichtern.

    Ein einheitliches digitales Gründungs- und Nachfolgeportal mit kommunalen Schnittstellen. Beratung bleibt freiwillig; notwendige Meldungen werden nach dem Once-only-Prinzip nur einmal erhoben.

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

2024: 66 Betriebe und 9.529 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe; 1.265 Gewerbeanmeldungen gegenüber 1.140 Abmeldungen. Juli 2026: 7.121 Arbeitslose, 1.517 gemeldete Arbeitsstellen. Die Bundesagentur weist darauf hin, dass Ausbildungsdaten nur gemeldete Stellen und Bewerbende abbilden.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: ein „Genehmigungscheck Mülheim“ mit Handwerk, Industrie, Start-ups, Verwaltung, Gewerkschaften und Umweltverbänden. Im Landtag: eine Kleine Anfrage zu Bearbeitungszeiten ausgewählter Landesverfahren und ein Antrag für einen Pilot-Projektlotsen im Ruhrgebiet.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C. Bündelung vorhandener Digitalisierungs- und Wirtschaftsfördermittel; projektbezogene Finanzierung von Altlasten- und Erschließungsvorbereitung; keine pauschale Subvention einzelner Unternehmen.

Messbar bis 2032

Veröffentlichte Median-Bearbeitungszeiten; Anteil digital vollständig abwickelbarer Verfahren; unbesetzte Ausbildungsstellen und unversorgte Bewerbende; Beschäftigung in Industrie, Handwerk und wissensintensiven Dienstleistungen.

Hauptrisiko

Beschleunigungsdruck kann die Prüfqualität verschlechtern; Flächenentwicklung erzeugt Folgekosten, wenn Verkehr und Infrastruktur nicht mitgeplant werden.

Auftrag 03 · Schulen, Ganztag und junge Menschen

Verlässlich betreuen, wirksam bilden.

Keine Zuständigkeitsdebatte auf dem Rücken von Kindern, Eltern und Beschäftigten.

Ebene 2 · Warum

Ab dem Schuljahr 2026/2027 wächst der Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung im Grundschulalter jahrgangsweise auf. Er trifft in Mülheim auf 21 Schulbauprojekte und rund 189 Millionen Euro Investitionsbedarf allein im Entwurf 2026/2027 – die tatsächlichen Kosten können höher liegen.

Ein reines Platzversprechen genügt nicht, wenn Räume, Fachkräfte, Mittagsverpflegung, Ferienangebote, Inklusion und digitale Infrastruktur nicht verlässlich finanziert sind. Das Land verantwortet Lehrkräfte, Schulrecht und Qualitätsstandards; die Stadt trägt Gebäude, Ausstattung und Jugendhilfeplanung.

189 Mio. €
für Schulprojekte im Haushaltsentwurf 2026/2027 – 37 Schulen, 19.625 Schülerinnen und Schüler, 1.810 Lehrkräfte
Infrastrukturausbau Ganztag – Finanzierung
Förderung Bund und Landhöchstens 85 %
Kommunaler Eigenanteilmindestens 15 %

Quellen: IT.NRW, Kommunalprofil 2026; Stadt Mülheim, Haushalt 2025; Ministerium für Schule und Bildung NRW 2026

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Einen Lebenszyklusvertrag Schule und OGS einführen.

    Landesprogramme weisen Bau, Erstausstattung, digitale Erneuerung und nachgewiesene Folgekosten getrennt aus. Die laufende OGS-Finanzierung wird dynamisch an Tarif-, Preis- und Qualitätsentwicklung angepasst.

  2. 2
    Verbindliche Qualitätskriterien mit kommunalem Spielraum.

    Mindeststandards für Kinderschutz, Qualifikation, Raum, Verpflegung, Inklusion und Ferienbetreuung gelten landesweit. Wie Schulen und Träger sie erreichen, wird vor Ort entschieden.

  3. 3
    Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams verstetigen.

    Befristete Projektketten werden durch mehrjährige, sozialindexbasierte Budgets ersetzt. Schulen mit höheren sozialen Belastungen erhalten verlässlich mehr Unterstützung.

  4. 4
    Digitalpakt als Daueraufgabe.

    Geräte, Netze, Lizenzen, Datenschutz, Support und Ersatzbeschaffung werden in einem fünfjährigen Erneuerungsplan zusammengeführt. Lehrkräfte sollen nicht als IT-Administratorinnen und -Administratoren eingesetzt werden.

  5. 5
    Übergänge verbessern.

    Berufsorientierung beginnt früh, ohne Jugendliche vorschnell festzulegen. Berufskollegs, Handwerk, Industrie, Hochschule Ruhr West und soziale Träger werden stärker vernetzt. Jugendliche ohne Anschluss erhalten ein verbindliches Angebot.

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

Das Land plante für 2026 weitere 20.000 OGS-Plätze und jährliche OGS-Ausgaben von rund 983 Millionen Euro; bis 2028/2029 sind landesweit bis zu 605.500 Plätze vorgesehen. Für den Infrastrukturausbau stehen rund 892 Millionen Euro von Bund, Land und Kommunen bereit. Bei Schulbau und OGS-Ausbau sollen Eltern, Schülerinnen und Schüler, Beschäftigte, Träger und Nachbarschaft vor dem Planungsbeschluss beteiligt werden – mit öffentlich einsehbarer Antwortliste.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: Besuche an Schulen und OGS-Standorten, eine Bedarfskarte ohne personenbezogene Daten. Im Landtag: eine Anhörung zur dauerhaften OGS-Betriebsfinanzierung; Haushaltsanträge für sozialindexbasierte multiprofessionelle Teams und einen dauerhaften kommunalen IT-Lebenszyklusanteil.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C. Landesetat Schule und Jugend; NRW-Infrastrukturmittel für investive Teile; dynamisierte Betriebspauschalen; Bündelung befristeter Programme.

Messbar bis 2032

Erfüllte Ganztagsansprüche; Ausfalltage und unbesetzte Stellen; Bearbeitungsstand Schulbau; Geräte- und Netzverfügbarkeit; Übergangsquote in Ausbildung, weiterführende Bildung oder Beschäftigung.

Hauptrisiko

Quantitativer Platzausbau kann Qualität verdrängen; neue Standards ohne vollständigen Kostenausgleich belasten die Stadt zusätzlich.

Auftrag 04 · Wohnen und Flächen

Brachflächen mobilisieren, passende Wohnungen schaffen.

Ein eigenes Zuhause darf nicht zu einem unerreichbaren Wunsch werden.

Ebene 2 · Warum

Mülheims Bevölkerung wuchs zwischen 2013 und 2023 um rund vier Prozent. Das Handlungskonzept Wohnen erwartet bis 2035 etwa 1.000 zusätzliche Haushalte, besonders bei „jungen Startern“. Bis 2045 könnten rund 3.360 Eigenheimadressen einen Generationenwechsel durchlaufen. Gleichzeitig wurden 2024 nur fünf neu erstellte schlüsselfertige Einfamilienhäuser verkauft.

Mülheim braucht nicht wahllos möglichst viele Wohnungen, sondern passende, bezahlbare, barrierearme und energieeffiziente Wohnungen in unterschiedlichen Größen. Innenentwicklung und Flächenrecycling haben Vorrang, sind aber kein Dogma.

5
neu erstellte schlüsselfertige Einfamilienhäuser wurden 2024 in Mülheim verkauft – Gründe laut Gutachterausschuss: Baukosten, Baulandknappheit, Generationenwechsel
+4 % Bevölkerung 2013 bis 2023
~1.000 zusätzliche Haushalte bis 2035
3.360 Eigenheime vor dem Generationenwechsel bis 2045

Quellen: Stadt Mülheim, Ratssitzung Dezember 2024 (Handlungskonzept Wohnen); Grundstücksmarktbericht 2025

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Einen NRW-Flächenrecyclingfonds schaffen.

    Das Land finanziert Altlastenklärung, Rückbau, Bodenordnung, Vorplanung und zeitlich befristeten Zwischenerwerb. Erlöse fließen nach Möglichkeit in den Fonds zurück.

  2. 2
    Wohnraumförderung verlässlich und mehrjährig ausstatten.

    Förderbedingungen bleiben über mehrere Jahre planbar. Gefördert werden bezahlbarer Mietwohnraum, barrierearme Umbauten, gemeinschaftliche Wohnformen und Eigentumsbildung für Haushalte, die am Markt dennoch keinen Zugang finden.

  3. 3
    Bestand besser nutzen.

    Beratungs- und Förderangebote für Teilung, Umbau, Wohnungstausch und barrierearmen Generationenwechsel werden gebündelt. Niemand wird zum Umzug gedrängt; Eigentumsrechte bleiben gewahrt.

  4. 4
    Planungsverfahren früh strukturieren.

    Vor der Festlegung auf eine Variante werden Ziele, Alternativen, Verkehr, soziale Infrastruktur, Klima- und Folgekosten öffentlich gemacht. Danach folgt ein verbindlicher Zeitplan. Die Kommune entscheidet über Bauleitplanung; das Land koordiniert Verfahrensrecht, Förderung und Fachbehörden.

  5. 5
    Bauordnung vereinfachen, Sicherheit erhalten.

    Typengenehmigungen, digital prüfbare Standards und einheitliche Auslegungshinweise reduzieren Wiederholungsprüfungen. Brand-, Standsicherheits-, Barrierefreiheits- und Nachbarschutzstandards werden nicht abgesenkt.

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

2024 wurden rund 47 Millionen Euro Wohnraumfördermittel bewilligt. Der Bestand darf nicht unterschätzt werden; Flächenverbrauch, Infrastrukturkosten und Eigentumsrechte sind abzuwägen. Neue Flächen können erforderlich sein, wenn Bedarf, Erschließung, Naturausgleich und Folgekosten nachvollziehbar belegt sind.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: ein öffentlicher Flächendialog zu brachliegenden oder untergenutzten Standorten. Im Landtag: ein Haushaltsantrag für einen Flächenrecyclingfonds und eine parlamentarische Initiative für transparente Verfahrensmeilensteine.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C – Bauleitplanung bleibt kommunal, das Bauplanungsrecht überwiegend Bundesrecht. Wohnraumförderung, Städtebau- und Altlastenmittel, NRW-Infrastrukturmittel für notwendige öffentliche Infrastruktur; revolvierende Rückflüsse.

Messbar bis 2032

Zahl vorbereiteter Brachflächen; bewilligte und fertiggestellte geförderte Wohnungen; Dauer von Planungs- und Genehmigungsschritten; Anteil barrierearmer Umbauten; kommunale Folgekosten je Vorhaben.

Hauptrisiko

Fehlprognosen können Leerstand oder hohe Infrastrukturkosten erzeugen; Beschleunigung ohne frühe Beteiligung verlagert Konflikte in Klagen.

Auftrag 05 · Mobilität und Infrastruktur

Erhalten, verlässlich betreiben, sicher verbinden.

Barrierefreiheit und Verlässlichkeit stehen vor Prestigeprojekten.

Ebene 2 · Warum

Mülheim ist dicht besiedelt und eng mit den Nachbarstädten verflochten. 2024 wurden 754 Straßenverkehrsunfälle registriert; 723 Menschen wurden verletzt, 87 schwer, drei starben. Große Teile der kommunalen Schieneninfrastruktur in NRW erreichen das Ende ihrer Lebensdauer; bei der Barrierefreiheit bestehen landesweit Lücken.

Das zentrale Defizit ist weniger das Fehlen einzelner Leitbilder als eine verlässliche Finanzierung von Erhalt, Erneuerung, Barrierefreiheit und Betriebsstabilität. Fußverkehr, Fahrrad, Bus, Bahn, Auto, Wirtschafts- und Rettungsverkehr haben unterschiedliche Anforderungen – ideologische Verbote lehnen wir ebenso ab wie Prestigeprojekte ohne belastbare Nachfrage.

180 Mio. €
Projektvolumen für die Erneuerung der Leit- und Sicherungstechnik der Ruhrbahn (2025)
Gesamtvolumen180 Mio. €
davon Bund und Land104 Mio. €
Unfälle 2024 – davon mit Personenschaden588 von 754

Quellen: Land NRW, Schienenerneuerung 2025; IT.NRW, Kommunalprofil 2026

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Zustand vor Neubau.

    Das Land ermöglicht für kommunale Brücken, Straßen und Schienen ein mehrjähriges Erhaltungsbudget mit veröffentlichten Zustandsklassen. Sicherheitskritische Bauwerke und Strecken erhalten Vorrang.

  2. 2
    Ruhrbahn-Erneuerung konsequent begleiten.

    Der Landtag kontrolliert Mittelabfluss, Termin- und Kostenentwicklung großer Projekte regelmäßig. Förderentscheidungen verlangen einen belastbaren Lebenszyklus- und Betriebsplan.

  3. 3
    Barrierefreiheit bündeln.

    Haltestellenprogramme werden strecken- oder quartiersweise statt als Einzelmaßnahmen bewilligt. Barrierefreie Zugänge, Beleuchtung, Fahrgastinformation und sichere Querungen werden zusammen geplant.

  4. 4
    Verkehrssicherheit datenbasiert verbessern.

    Unfallhäufungen, Schulwege, Seniorenwege und Rettungsachsen werden gemeinsam betrachtet. Pauschale Geschwindigkeitsentscheidungen ohne örtliche Gefahrenanalyse lehnen wir ab – ebenso, belegte Gefahrenstellen aus politischer Bequemlichkeit nicht zu entschärfen.

  5. 5
    Baustellen koordinieren.

    Land, Stadt, Versorger und Verkehrsunternehmen führen einen gemeinsamen digitalen Baustellenkalender mit Verantwortlichen, Abhängigkeiten und Umleitungslogik.

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

Über das ÖPNV-Gesetz fließen mindestens 150 Millionen Euro jährlich pauschal an die Zweckverbände; weitere Maßnahmen können mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. Ein vollständiger maßnahmenscharfer Überblick zum Mittelabruf lag der Landesregierung 2025 nicht vor. 588 der 754 Unfälle 2024 waren Unfälle mit Personenschaden.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: eine öffentliche Infrastrukturbegehung mit Bürgerinnen und Bürgern, Wirtschaft, Behindertenvertretung und Rettungsdiensten. Im Landtag: regelmäßige Anfragen zu Erhaltungszustand, Barrierefreiheit und Großprojekten; im Verkehrsausschuss ein Antrag für eine streckenbezogene Bündelförderung.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C. NRW-Infrastrukturgesetz, ÖPNV-Förderung, Gemeindeverkehrsfinanzierung, Bundesmittel; kommunale Eigenmittel nur mit Folgekostenprüfung.

Messbar bis 2032

Zustandsklassen von Brücken und Straßen; Störungs- und Ausfallzeiten; barrierefreie Haltestellen und Wegeketten; Unfälle mit Schwerverletzten; Termintreue großer Projekte.

Hauptrisiko

Zu viele parallele Baustellen können Mobilität und Wirtschaft belasten; einseitige Kennzahlen können Verlagerungseffekte übersehen.

Auftrag 06 · Sicherheit und Bevölkerungsschutz

Sichtbar, vorbereitet, lernfähig.

Sicherheit ist Voraussetzung von Freiheit. Prävention ergänzt Repression, ersetzt sie aber nicht.

Ebene 2 · Warum

Die Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Essen erfasst Essen und Mülheim gemeinsam: 62.867 Straftaten 2025, 9,38 Prozent weniger als 2024. Das ist positiv, erlaubt aber keine Aussage zu einzelnen Stadtteilen – und bildet nur bekannt gewordene Straftaten ab.

Der Bevölkerungsschutz funktioniert: Am Warntag 2026 lösten 35 feste und zwei mobile Sirenen planmäßig aus; 16 Notruf- und Informationspunkte stehen für längere Strom- oder Kommunikationsausfälle bereit. Der Handlungsbedarf liegt in kleinräumiger Transparenz, sichtbarer Präsenz, Prävention und dauerhaft finanzierter Krisenfestigkeit.

9,38 %
Straftaten 2025 gegenüber 2024 im Polizeipräsidium Essen (Essen und Mülheim gemeinsam) – 62.867 Fälle
35 + 2 feste und mobile Sirenen am Warntag 2026 ausgelöst
16 Notruf- und Informationspunkte im Stadtgebiet
2 Anrufe zum Test in der Leitstelle – NINA und Cell Broadcast liefen planmäßig

Quellen: Polizeipräsidium Essen, Kriminalstatistik 2025; Stadt Mülheim, Warntag 2026; Notrufpunkte 2023

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Einen jährlichen Mülheimer Sicherheitsbericht ermöglichen.

    Das Land bereitet verfügbare Daten kleinräumiger und datenschutzkonform auf: Deliktsentwicklung, Verkehrssicherheit, Einsatzbelastung, Präventionsangebote und Ergebnisse. Wo Fallzahlen zu klein sind, werden größere Räume oder Mehrjahreswerte genutzt.

  2. 2
    Quartiersnahe Polizeiarbeit sichern.

    Bezirksdienst und Ansprechbarkeit vor Ort werden mit Mindeststandards hinterlegt. Personalentscheidungen bleiben Sache des Landes; Einsatzschwerpunkte werden lageabhängig gesetzt.

  3. 3
    Ältere Menschen und Betriebe vor Betrug und Cyberkriminalität schützen.

    Polizei, Verbraucherberatung, Banken, Kammern und kommunale Stellen entwickeln wiederkehrende Präventionsformate. Erfolg wird an Reichweite, Wiederholungsfällen und Schadensentwicklung gemessen – nicht nur an Teilnehmerzahlen.

  4. 4
    Krisenstrukturen im Lebenszyklus finanzieren.

    Sirenen, Funk, Notstrom, Notfallradio, Fahrzeuge, Schutzkleidung und Notrufpunkte brauchen Wartung, Übungen und Ersatzbeschaffung. Das Land stellt dafür mehrjährige Pauschalen statt einmaliger Beschaffungshilfen bereit.

  5. 5
    Gemeinsame Übungen auswerten.

    Nach größeren Übungen oder Einsätzen wird ein nicht sicherheitskritischer Ergebnisbericht veröffentlicht: Was funktionierte, was wird verbessert, bis wann?

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

Mülheim ist nicht grundsätzlich unsicher oder unvorbereitet. Polizei und Justiz müssen konsequent, professionell und rechtsstaatlich handeln; kommunaler Ordnungsdienst und Polizei dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Notruf- und Informationspunkte werden im Ereignisfall durch Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und Hilfsorganisationen besetzt.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: Sicherheitsgespräche mit Polizei, Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Handel und Bürgervertretungen. Im Landtag: Abfrage von Personal-, Einsatz- und Ausstattungsdaten; Haushaltsmittel für Wartung und Übungen des Katastrophenschutzes.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C. Landeshaushalt Inneres und Justiz; kommunale Anteile bei Feuerwehr und Ordnung mit Konnexitätsprüfung; NRW-Infrastrukturmittel für Sicherheits- und Krisenresilienz.

Messbar bis 2032

Ansprechzeiten, Präsenzstunden, ausgewählte Delikts- und Aufklärungsentwicklungen, Funktionsquote der Warnmittel, Zahl und Auswertung gemeinsamer Übungen.

Hauptrisiko

Kennzahlen können durch Anzeigeverhalten oder Erfassungsänderungen beeinflusst sein; Sicherheitsmaßnahmen müssen Grundrechte wahren.

Auftrag 07 · Gesundheit und Pflege

Übergänge verlässlich machen, Fachkräfte gewinnen.

Angehörige dürfen nicht zu unsichtbaren Lückenbüßern eines fragmentierten Systems werden.

Ebene 2 · Warum

Mülheim altert stärker als der Landesdurchschnitt: Der Altenquotient stieg von 39,6 im Jahr 2015 auf 42,3 im Dezember 2025, die Zahl der Pflegebedürftigen von 7.155 (2017) auf 13.296 (2023). Aus der Mülheimer Praxis werden belastende Arbeitsbedingungen, Bürokratie, lange Anerkennungsverfahren und Brüche zwischen Krankenhaus, stationärer und ambulanter Versorgung gemeldet.

Krankenhausplanung ist unmittelbare Landesaufgabe. Die ambulante ärztliche Niederlassung steuern dagegen Bundesrecht und die Kassenärztliche Selbstverwaltung – eine Hausarztpraxis kann ein Landtagsabgeordneter nicht „bestellen“. Das Land soll dort handeln, wo es planen, ausbilden, anerkennen, fördern und koordinieren kann.

13.296
Pflegebedürftige in Mülheim im Jahr 2023 – ein Teil des Anstiegs ist durch erweiterte Leistungsansprüche und statistische Effekte erklärbar
Entwicklung der Pflegebedürftigkeit
20177.155
202313.296
2050 (kommunale Prognose, unsicher)≈ 14.800

Quelle: Stadt Mülheim an der Ruhr, Kommunale Planung für Alter und Pflege 2025 (Stand Juni 2026)

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Einen verbindlichen Übergangspfad nach Krankenhausaufenthalten pilotieren.

    Krankenhäuser, Hausärzteschaft, Pflege, Reha, Apotheken und Beratungsstellen vereinbaren Mindestinformationen, feste Ansprechpartner und Rückmeldefristen. Digitale Lösungen müssen mit bestehenden Systemen kompatibel sein.

  2. 2
    Anerkennung ausländischer Pflegequalifikationen beschleunigen.

    Das Land bündelt Verfahren, veröffentlicht Bearbeitungszeiten und baut Anpassungslehrgänge sowie Sprach- und Prüfungsangebote aus. Berufsrechtliche Qualitätsstandards bleiben bestehen.

  3. 3
    Pflegeberatung und Angehörigenentlastung im Quartier verstetigen.

    Der städtische Bericht betont den Bedarf an verlässlicher Finanzierung sozialräumlicher Unterstützungsnetze. Das Land stellt mehrjährige statt kurzfristiger Projektförderung bereit.

  4. 4
    Krankenhausinvestitionen nach Versorgungswirkung priorisieren.

    Erreichbarkeit, Notfallversorgung, Qualität, Personal und tatsächliche Bedarfe werden gemeinsam bewertet. Investitionen ohne gesicherte Betriebs- und Personalperspektive sind zu vermeiden.

  5. 5
    Bürokratie messen und abbauen.

    Pflegeeinrichtungen dokumentieren vielfach für unterschiedliche Stellen. Das Land identifiziert Doppelmeldungen, definiert gemeinsame Datensätze und koordiniert Prüfungen risikoorientiert.

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

Das kommunale Modell rechnet bis 2050 mit etwa 14.800 Pflegebedürftigen und weist selbst auf Unsicherheiten hin. Krankenhausplanung: Das zuständige Ministerium stellt den Krankenhausplan auf und schreibt ihn fort (§ 12 KHGG NRW). Pflegepolitik muss Selbstbestimmung, Qualität und Entlastung verbinden.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: ein Mülheimer Pflege- und Übergangstisch mit Betroffenen, Angehörigen, Kliniken, Diensten, Pflegekassen und Beratungsstellen. Im Landtag: eine Kleine Anfrage zu Anerkennungszeiten und ein Antrag für einen landesgeförderten Übergangspilot in Mülheim.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C/D – ambulante Vertragsarztsitze sind keine unmittelbare Landeskompetenz. Krankenhausinvestitionsmittel, Pflege- und Quartiersprogramme, Umschichtung aus Doppelbürokratie; laufende Leistungen teilweise Pflege- und Krankenkassen.

Messbar bis 2032

Anerkennungsdauer; vermeidbare Versorgungslücken nach Entlassung; Zahl und Dauer ungeplanter Wiederaufnahmen, soweit belastbar messbar; Reichweite von Beratung und Angehörigenentlastung; offene Fachkraftstellen.

Hauptrisiko

Zusätzliche Koordinationsstellen können Bürokratie erhöhen; Fachkräftegewinnung darf Herkunftsländer nicht unverantwortlich schwächen.

Auftrag 08 · Klimaresilienz

Zuerst schützen, wo Menschen besonders gefährdet sind.

Anpassung an Hitze, Starkregen und Hochwasser – risikobasiert statt symbolisch.

Ebene 2 · Warum

Die Hitzevulnerabilitätsanalyse der Stadt verbindet lokale Wärmebelastung mit sozialer und demografischer Empfindlichkeit. Ihr Ergebnis: Räumliche und soziale Ungleichheiten bestehen, die Innenstadt weist wiederholt erhöhte Belastungen auf. Mülheim hat zudem Erfahrungen mit Starkregen und Hochwasser; 2026 sammelte die Stadt lokale Hinweise über eine digitale Beteiligungskarte.

Klimafolgen treffen nicht alle Orte und Menschen gleich. Wirksame Anpassung muss deshalb nach nachgewiesenem Risiko, Kosten, Nutzen und Folgekosten priorisiert werden – finanzierbar und sozial tragfähig.

Vorrang bei Hitze- und Starkregenschutz
  • Schulen
  • Kitas
  • Pflegeeinrichtungen
  • Krankenhäuser
  • Dicht bebaute Quartiere
  • Kritische Infrastruktur
Die Analyse berücksichtigt ältere Menschen, Kinder, Armut sowie Standorte von Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen und empfiehlt blau-grüne Infrastruktur, Entsiegelung, Verschattung und zielgruppengerechte Information.

Quellen: GEO-NET Umweltconsulting / Stadt Mülheim, Hitzevulnerabilitätsanalyse 2026; Stadt Mülheim, Starkregenbeteiligung 2026

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Ein landesweites Vulnerabilitätsprinzip in Förderprogrammen verankern.

    Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, dicht bebaute Quartiere und kritische Infrastruktur in hoch belasteten Räumen erhalten Vorrang.

  2. 2
    Schwammstadtmaßnahmen bündeln.

    Entsiegelung, Baumstandorte, Verschattung, Rückhalt, Kanal- und Oberflächenmanagement werden quartiersbezogen statt als Einzelprojekte geplant. Pflege und Bewässerung werden mitfinanziert oder vor Bewilligung gesichert.

  3. 3
    Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen standardisieren.

    Das Land entwickelt praxistaugliche Mindestanforderungen für Hitzeschutzpläne, ohne jedem Gebäude dieselbe technische Lösung vorzuschreiben.

  4. 4
    Starkregenwissen der Bevölkerung nutzen.

    Digitale Karten werden durch analoge Formate ergänzt. Jeder Hinweis erhält Status und Rückmeldung: geprüft, übernommen, anders gelöst oder abgelehnt.

  5. 5
    Private Vorsorge verständlich fördern.

    Beratung zu Rückstau, Verschattung, Regenrückhalt und Versicherung wird gebündelt. Förderung konzentriert sich auf wirksame Maßnahmen und soziale Härtefälle.

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

Das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt (2025) beschreibt einen breiten Maßnahmenbedarf, weist aber auch auf begrenzte lokale Flächen- und Energiepotenziale hin. Klimawirkungen einzelner lokaler Maßnahmen sind nur mit Monitoring und unter Berücksichtigung von Wettervariabilität zu bewerten.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: Besichtigung besonders belasteter Orte gemeinsam mit Fachleuten und Anwohnenden. Im Landtag: ein Antrag, dass Klimaanpassungsprogramme die kommunale Verwundbarkeit systematisch gewichten und Planungs- und Pflegekosten besser berücksichtigen.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C. NRW-Infrastrukturmittel für Gebäude und Anpassung, Wasserwirtschafts- und Städtebauförderung, kommunale und private Anteile nach Nutzen; keine Finanzierung ohne Unterhaltspfad.

Messbar bis 2032

Zahl geschützter sensibler Einrichtungen; entsiegelte und verschattete Flächen an priorisierten Orten; umgesetzte Starkregenmaßnahmen; Funktionskontrollen nach Ereignissen; hitzebedingte Ausfälle, soweit erfassbar.

Hauptrisiko

Fehlpriorisierung durch unvollständige Daten; Unterhaltungskosten können Kommunen langfristig überfordern.

Auftrag 09 · Digitale Verwaltung und Bürgerbeteiligung

Einmal angeben, jederzeit nachvollziehen.

Digital first darf nicht digital only bedeuten. Wer keinen digitalen Zugang nutzt, behält einen analogen Weg.

Ebene 2 · Warum

Mülheim bietet bereits zahlreiche digitale Leistungen an – doch ein Onlineformular ist noch kein durchgängig digitaler Prozess. Häufig fehlen gemeinsame Standards, Registerzugriffe, digitale Rückfragen und transparente Bearbeitungsstände. Beteiligungsinstrumente der Gemeindeordnung sind wichtig, greifen aber oft erst spät oder nur bei formalen Anliegen.

Ein moderner Staat ist erreichbar, verständlich und verbindlich. Daten werden nur erhoben, wenn sie erforderlich sind – und nur einmal, soweit rechtlich und technisch möglich.

Das Serviceversprechen: Was Bürgerinnen und Bürger sehen sollen
  1. Antrag eingegangen
  2. Unterlagen vollständig
  3. Zuständige Stelle
  4. Nächster Schritt
  5. Voraussichtlicher Zeitraum
Gesetzliche Entscheidungsfristen bleiben maßgeblich; Serviceangaben dürfen keine unhaltbaren Garantien vortäuschen. Kommunen sollen dieselbe Basissoftware nicht 396-mal getrennt entwickeln.

Quellen: Stadt Mülheim, Digitale Leistungen 2026; Gemeindeordnung NRW §§ 23–27a

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Once-only als Landesstandard.

    Kommunen greifen auf rechtssichere Landesregister und gemeinsame Basiskomponenten zu. Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen müssen vorhandene Nachweise nicht wiederholt einreichen.

  2. 2
    Verfahrensstatus und Serviceversprechen.

    Für geeignete Leistungen wird sichtbar: Antrag eingegangen, Unterlagen vollständig, zuständige Stelle, nächster Schritt, voraussichtlicher Zeitraum.

  3. 3
    Kommunale IT gemeinsam beschaffen.

    Das Land stellt geprüfte Module, offene Schnittstellen und Sicherheitsstandards bereit. Kommunen behalten Gestaltungsspielraum.

  4. 4
    Beteiligung mit Antwortpflicht.

    Bei größeren Planungen wird eine öffentliche Beteiligungsmatrix geführt. Jeder gebündelte Themenkomplex erhält eine nachvollziehbare Antwort; persönliche Daten und Betriebsgeheimnisse bleiben geschützt.

  5. 5
    Bürgerkontrolle durch ein Mülheim-Dashboard.

    Die zehn Kernprojekte dieses Programms erhalten Kennzahlen, Datenstand, Ziel, Zuständigkeit und Ampelstatus. Eine rote Ampel ist kein Skandal, wenn sie ehrlich erklärt und mit einem Korrekturplan verbunden wird.

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

Digital verfügbar sind unter anderem Meldebescheinigungen, Statusabfragen für Ausweisdokumente, Führungszeugnisse und Fahrzeugdienstleistungen. Die Gemeindeordnung NRW kennt Unterrichtung, Anregungen und Beschwerden, Einwohneranträge, Bürgerbegehren und Bürgerentscheide sowie Beteiligungs- und Interessenvertretungen.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: ein öffentlicher digitaler und analoger Programmdialog. Im Landtag: ein Antrag für gemeinsame kommunale Basiskomponenten, Statusanzeigen und einen rechtlichen Rahmen für nachvollziehbare Beteiligungsrückmeldungen.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C. Bündelung kommunaler Digitalisierungsprogramme, NRW-Infrastrukturmittel für digitale Resilienz, Einsparungen durch Wiederverwendung; der laufende Betrieb ist dauerhaft einzuplanen.

Messbar bis 2032

Anteil medienbruchfrei abschließbarer Leistungen; Wiederverwendung vorhandener Nachweise; Bearbeitungszeiten; digitale und analoge Nutzung; Anteil fristgerecht beantworteter Beteiligungsthemen; IT-Ausfallzeiten.

Hauptrisiko

Datenschutz- und Sicherheitsverletzungen; digitale Angebote können Menschen ausschließen, wenn analoge Zugänge abgebaut werden.

Auftrag 10 · Integration, Ehrenamt, Sport und Kultur

Teilhabe ermöglichen, Regeln durchsetzen.

Herkunft entscheidet nicht über die Würde eines Menschen; Verhalten und Leistung müssen fair beurteilt werden.

Ebene 2 · Warum

Zum 31. Dezember 2025 lebten 173.761 Menschen in Mülheim, darunter 33.038 ohne deutsche Staatsangehörigkeit – 19,0 Prozent. Staatsangehörigkeit ist nicht mit Migrationsgeschichte gleichzusetzen. Etablierte Angebote wie „MUT – mitmachen und trauen“ und das Kommunale Integrationsmanagement erleichtern Zugänge, müssen aber an Übergängen in reguläre Kurse, Bildung und Arbeit gemessen werden.

Integration ist wechselseitige Verbindlichkeit: Sprache lernen, Bildung und Arbeit ermöglichen, Rechtsordnung achten und Teilhabe eröffnen. Vereine, Sport, Kultur und Ehrenamt schaffen Begegnung – staatliche Pflichtaufgaben können sie nicht ersetzen.

19,0 %
der Mülheimerinnen und Mülheimer hatten Ende 2025 keine deutsche Staatsangehörigkeit – 33.038 von 173.761 Menschen
Gesamtbevölkerung (Melderegister)173.761
davon ohne deutsche Staatsangehörigkeit33.038

Mülheim nimmt 2026 erneut am Landesprogramm „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ teil.

Quellen: Stadt Mülheim, Bevölkerungsbestand 31.12.2025; Integration 2026; Ehrenamt 2026

3 Ebene 3 Was wir konkret vorhaben
  1. 1
    Sprachförderung mit Übergängen verbinden.

    Niedrigschwellige Angebote bleiben erhalten, wenn sie tatsächlich in Regelkurse, Ausbildung, Arbeit oder gesellschaftliche Teilhabe weiterführen. Das Land finanziert Evaluation und wirksame Fortsetzung statt dauernder Projektneustarts.

  2. 2
    Anerkennung, Ausbildung und Arbeit verzahnen.

    Beratung, Sprachförderung, Kompetenzfeststellung und berufliche Qualifizierung erhalten einen gemeinsamen Fallfahrplan. Aufenthaltsrechtliche Entscheidungen bleiben weitgehend Bundeszuständigkeit.

  3. 3
    Regeln verständlich und konsequent vermitteln.

    Rechtsstaat, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Schutz vor Gewalt und demokratische Grundordnung gehören verbindlich in Integrations- und Orientierungskonzepte. Verstöße werden nach geltendem Recht verfolgt; pauschale Verdächtigungen lehnen wir ab.

  4. 4
    Ehrenamtsförderung vereinfachen.

    Für kleine Zuschüsse gelten kurze Anträge, pauschale Kostenarten und digitale wie analoge Zugänge. Mehrjährige Kernförderung ist möglich, wo Aufgaben dauerhaft und überprüfbar erfüllt werden.

  5. 5
    Sport und Kultur als Infrastruktur des Zusammenhalts behandeln.

    Das Land unterstützt Sanierung, Barrierefreiheit, Energieeffizienz und digitale Buchungssysteme. Über Öffnungszeiten, Belegungen und Programme entscheidet die Stadt.

  6. 6
    Schutz des Ehrenamts stärken.

    Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Sportvereine, Kulturinitiativen und soziale Träger brauchen Versicherungsschutz, Qualifizierung und weniger unnötige Nachweispflichten.

4 Ebene 4 Hintergrund, Hebel, Messgrößen
Ausgangslage

Die Statistik weist selbst auf Definitions- und Vergleichsfragen hin. Kleine Förderbeträge wie im Programm „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“ können wirksam sein, wenn Antrag und Nachweis verhältnismäßig bleiben.

Kandidat & Abgeordneter

Vor der Wahl: ein Dialog mit Integrationsakteuren, Vereinen, Sicherheitsbehörden, Schulen und Betrieben. Im Landtag: ein Wirkungsbericht für Landesprogramme und eine Vereinfachungsinitiative für Kleinförderungen.

Landeshebel & Finanzierung

A/B/C/D – Aufenthalts- und Staatsangehörigkeitsrecht liegen überwiegend beim Bund. Bündelung von Integrations- und Ehrenamtsprogrammen, Sport- und Kulturförderung, NRW-Infrastrukturmittel für Gebäude; kommunale und private Kofinanzierung nach Leistungsfähigkeit.

Messbar bis 2032

Übergänge in Regelsprachkurse, Ausbildung und Arbeit; Bearbeitungszeiten von Anerkennungsverfahren; Reichweite und Verwaltungsaufwand kleiner Förderprogramme; barrierefrei nutzbare Sport- und Kulturorte; Mitglieder- und Engagemententwicklung.

Hauptrisiko

Kennzahlen können komplexe Integrationsverläufe verkürzen; Projektförderung kann Träger in dauerhafte Unsicherheit bringen.

Zehn Schlüsselprojekte · Priorität 1

Was zuerst kommt.

Aus den zehn Aufträgen folgen zehn unmittelbare Mülheimer Schlüsselprojekte. Jedes hat eine Kennzahl, einen Datenstand, ein Ziel und eine Zuständigkeit – und wird im Mülheim-Dashboard halbjährlich berichtet.

1

Kommunalfinanzpakt Mülheim

Standardisierter Folgekostencheck, dynamische Konnexität, transparente Aufgabenbilanz und Investitionsschutz nach der Altschuldenentlastung.

2

Lebenszykluspaket Schule, OGS und Schul-IT

Bau, Betrieb, Personal, digitale Erneuerung und Folgekosten werden gemeinsam geplant und getrennt finanziert.

3

Projektlotse Ruhrgebiet

Ein verantwortlicher Verfahrensplan für komplexe Mittelstands-, Industrie- und Brachflächenvorhaben – ohne Absenkung materieller Standards.

4

Flächenrecyclingfonds

Vorfinanzierung von Altlastenklärung, Rückbau und Erschließung für geeignete Mülheimer Brachflächen.

5

Infrastruktur zuerst erhalten

Zustandsbasierte Budgets für Brücken, Straßen, Schienen und barrierefreie Haltestellen; transparente Kontrolle der Ruhrbahn-Erneuerung.

6

Mülheimer Sicherheits- und Krisenbericht

Kleinräumig, datenschutzkonform, mit sichtbarer Polizeiarbeit und dauerhaft finanzierten Warn-, Funk- und Notstromsystemen.

7

Pflegeübergang Mülheim

Verbindliche Ansprechpartner und Informationsstandards beim Übergang zwischen Krankenhaus, ambulanter und stationärer Versorgung.

8

Hitzeschutz nach Verwundbarkeit

Priorität für Innenstadt, Schulen, Kitas, Pflege, Gesundheit und kritische Infrastruktur; Maßnahmen mit Pflege- und Wirkungsplan.

9

Verwaltung mit Statusanzeige und Once-only

Nachweise nur einmal, Verfahren nachvollziehbar, analoger Zugang gesichert.

10

Beteiligung mit öffentlicher Antwortmatrix

Frühzeitige Mitsprache und nachvollziehbare Rückmeldung bei größeren Planungen und Förderprioritäten.

Priorität 2 · Landesreformen mit Bedeutung für Mülheim

Ein nachvollziehbarer kommunaler Finanzausgleich, dauerhafte OGS-Betriebsfinanzierung, gebündelte Barrierefreiheitsförderung, gemeinsame kommunale IT-Komponenten, schnellere Anerkennung von Pflegequalifikationen und vereinfachte Kleinförderung für Ehrenamt, Sport und Kultur.

Priorität 3 · Langfristige Ziele

Ein Land, das seinen Kommunen verlässliche Mehrjahresbudgets gibt, Förderbürokratie reduziert, Wirkungsdaten veröffentlicht und die kommunale Selbstverwaltung stärkt. Neue staatliche Aufgaben nur, wenn Finanzierung, Personal, IT und Vollzug von Beginn an geklärt sind.

Der Fahrplan

Ein Mandat beginnt mit Fakten, Bündnissen und klaren Initiativen.

Die ersten 100 Tage

Sieben Arbeitszusagen

Alle sieben anzeigen
  1. Kleine Anfrage Kommunalfinanzen: landesrechtlich beeinflusste Aufgaben, Belastungsausgleiche und neue Liquiditätskredite; gesonderte Betrachtung hoch verschuldeter kreisfreier Städte.
  2. Kleine Anfrage Schule und OGS: Platzbedarf, Personal, Investitionsstand, Eigenanteile, Betriebskosten und Datenlage für Mülheim.
  3. Kleine Anfrage Genehmigungszeiten: Veröffentlichung von Bearbeitungszeiten und Vollständigkeitsprüfungen in ausgewählten Landesverfahren.
  4. Antrag Pflegeübergang: Auswahl Mülheims als Modellkommune für sektorübergreifende Übergangsstandards.
  5. Haushaltsinitiative Krisenresilienz: mehrjährige Mittel für Wartung, Übungen und Ersatzbeschaffung kommunaler Warn- und Notfallstrukturen.
  6. Anhörung kommunale Lebenszyklusfinanzierung: Schulen, OGS, Digitalisierung, Verkehr und Klimaanpassung als Betriebsaufgabe, nicht nur als Bauaufgabe.
  7. Mülheim-Bericht im Wahlkreisbüro: öffentliches Dashboard mit Initiativen, Terminen, Antworten der Landesregierung, Abstimmungsverhalten und Zielerreichung.
Bis zur Mitte der Wahlperiode

Sechs Zwischenziele

Alle sechs anzeigen
  • Ein landesweiter standardisierter Folgekostencheck für neue kommunale Pflichten ist parlamentarisch beraten.
  • Mülheim ist in mindestens einem Pilotprojekt zu Pflegeübergängen, Projektlotsen oder digitaler Verfahrenssteuerung vertreten.
  • Für Schulen, OGS und Schul-IT liegt ein veröffentlichter Lebenszyklusfinanzierungsbericht vor.
  • Die Landesregierung veröffentlicht bessere Daten zu Barrierefreiheit, Genehmigungszeiten und kommunaler Krisenresilienz.
  • Ein Flächenrecyclinginstrument mit revolvierenden Elementen ist im Haushalt verankert oder als Gesetzentwurf vorgelegt.
  • Das Mülheim-Dashboard berichtet halbjährlich über alle Kernprojekte.
Bis zum Ende der Wahlperiode

Sechs überprüfbare Ergebnisse

Alle sechs anzeigen
  • Die kommunale Entschuldung hat nachweisbar zu sinkenden Liquiditätskrediten und Zinsbelastungen beigetragen – ohne den Substanzerhalt zu verdrängen.
  • OGS-Rechtsansprüche werden verlässlich erfüllt und Qualitätsdaten veröffentlicht.
  • Große Infrastruktur- und Genehmigungsverfahren weisen nachvollziehbare Meilensteine und Verantwortliche aus.
  • Priorisierte Mülheimer Hitze-, Starkregen- und Krisenmaßnahmen sind umgesetzt oder verbindlich finanziert.
  • Die Bearbeitungszeit bei Anerkennungsverfahren und ausgewählten Verwaltungsleistungen ist messbar gesunken.
  • Bürgerinnen und Bürger können nachvollziehen, welche Versprechen erfüllt, teilweise erfüllt oder nicht erreicht wurden.

Für Gesetzentwürfe und Haushaltsänderungen werden Mehrheiten benötigt. Wo eine eigene Einbringung mangels Fraktions- oder Gruppenstärke nicht möglich ist, wird der Entwurf öffentlich vorgelegt, fachlich begründet und anderen Abgeordneten zur gemeinsamen Initiative angeboten.

René Reiße in Mülheim

Der Kandidat

René Reiße

28 Jahre · Informatiker · Direktkandidat im Wahlkreis 64 Mülheim I

Mit René schicken wir einen 28-jährigen Informatiker ins Rennen, der die Herausforderungen seiner Generation kennt und gleichzeitig konkrete Lösungen für alle Mülheimerinnen und Mülheimer in den Mittelpunkt stellt.

FREIE WÄHLER Mülheim an der Ruhr

Ich kandidiere für den Landtag Nordrhein-Westfalen, weil ich überzeugt bin, dass Mülheim eine starke, sachliche und verlässliche Stimme in Düsseldorf braucht. Eine Stimme, die nicht nur Probleme beschreibt, sondern konkrete Lösungen vorbereitet, Mehrheiten sucht und anschließend offen darüber berichtet, was erreicht wurde.

Aus dem Vorwort zum Wahlprogramm
Denkweise

„Als Informatiker bin ich es gewohnt, komplexe Zusammenhänge zu analysieren, Fehlerquellen zu erkennen und Lösungen Schritt für Schritt umzusetzen. Ein gutes System funktioniert nur, wenn seine einzelnen Bestandteile sinnvoll zusammenarbeiten.“

Digitalisierung

„Digitalisierung ist für mich deshalb kein Selbstzweck. Sie soll den Alltag einfacher machen: Nachweise nur einmal einreichen, Anträge vollständig digital bearbeiten können und jederzeit erkennen, wie weit ein Verfahren ist. Gleichzeitig muss der persönliche und analoge Zugang zur Verwaltung erhalten bleiben.“

Junge Generation

„Ein eigenes Zuhause darf nicht zu einem unerreichbaren Wunsch werden. Das Land muss die Eigentumsbildung erleichtern, bezahlbaren Wohnraum fördern, vorhandene Brachflächen besser nutzbar machen und Planungs- sowie Genehmigungsverfahren verlässlich organisieren.“

Fünf Leitgedanken

Haltung und Handwerk: bürgerlich, freiheitlich, kommunal verwurzelt, lösungsorientiert.

  1. 1
    Subsidiarität. Entscheidungen möglichst nah bei den Menschen; das Land setzt Ziele, Kommunen haben Spielraum bei der Umsetzung.
  2. 2
    Wer bestellt, bezahlt. Neue kommunale Aufgaben nicht durch ungedeckte Folgekosten finanzieren; Konnexität vollständig, dynamisch und überprüfbar.
  3. 3
    Investieren heißt erhalten. Neue Gebäude, Technik und Infrastruktur nur, wenn Betrieb, Wartung, Personal und Erneuerung über den Lebenszyklus finanziert sind.
  4. 4
    Beteiligung braucht Rückmeldung. Früh beteiligen – und anschließend offenlegen, welche Vorschläge übernommen, verändert oder abgelehnt wurden.
  5. 5
    Wirkung vor Symbolik. Maßnahmen müssen ein konkretes Problem adressieren, finanziell tragfähig sein und anhand von Kennzahlen überprüft werden.

Ehrlich über den Hebel

Was ein Abgeordneter tatsächlich tun kann.

Ein einzelnes Mitglied des Landtags kann die Landesregierung durch Kleine Anfragen zur Auskunft verpflichten. Gesetze, Haushalte und Anträge werden nur mit Mehrheiten beschlossen. Deshalb lautet die Zusage nicht „Wir beseitigen jedes Problem“, sondern: Initiativen vorbereiten, Mehrheiten suchen, Haushaltsanträge stellen, Anhörungen beantragen, Umsetzung kontrollieren und den Arbeitsstand veröffentlichen.

Kompetenzhinweis zu jeder Forderung

A
Unmittelbare Landeskompetenz. Das Land kann durch Gesetz, Verwaltung oder Haushalt handeln.
B
Parlamentarischer Hebel. Anfrage, Antrag, Haushaltsinitiative, Anhörung oder Kontrolle.
C
Geteilte Zuständigkeit. Kommune, Land und gegebenenfalls Bund müssen zusammenwirken; der Landeshebel wird ausdrücklich benannt.
D
Keine originäre Landeskompetenz. Aufnahme nur, wenn ein konkreter landespolitischer Einflussweg besteht.

Mitmachen

Mitmachen. Unterstützen. Mitreden.

Damit René Reiße im Wahlkreis 64 Mülheim I überhaupt auf dem Stimmzettel steht, braucht der Kreiswahlvorschlag Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten aus dem Wahlkreis.

Jetzt Formblatt herunterladen Formblatt Unterstützungsunterschrift (Kreiswahlvorschlag)

Eine Unterstützungsunterschrift ist keine Verpflichtung, uns bei der Landtagswahl zu wählen. Ihre spätere Wahlentscheidung bleibt selbstverständlich frei und geheim.

So einfach geht es.

  1. 1
    Formblatt herunterladen und ausdrucken.

    Im Downloadbereich finden Sie das amtliche Formblatt für die Unterstützungsunterschrift zum Kreiswahlvorschlag.

  2. 2
    Ausfüllen und eigenhändig unterschreiben.

    Wahlberechtigt im Wahlkreis 64 Mülheim I – bitte gut lesbar in Druckbuchstaben, die Unterschrift muss handschriftlich erfolgen.

  3. 3
    Uns zukommen lassen.

    Persönlich abgeben oder per Post an Maximilian Eitner – Adresse: Auf der Wegscheid 18, 45472 Mülheim an der Ruhr. Nur Originale zählen, keine Kopien oder Scans.

Fragen? FREIE WÄHLER Mülheim an der Ruhr · E-Mail: eitner.vorsitzender@freiewaehler-muelheim.de